Rückblick auf Hannover Messe 2015

Am Freitag letzter Woche ist die Hannover Messe 2015 zu Ende gegangen. Rund 220.000 Fachbesucher sahen neueste Produkte und Dienstleistungen für die industrielle Produktion von ca. 6.500 Ausstellern aus 70 Ländern. Die diesjährige Messe stand ganz unter dem Motto Industrie 4.0, d.h. der Digitalisierung der Produktion. Aber auch auf intelligente Energiesysteme wurde ein großer Schwerpunkt gelegt.

Mein persönlicher Eindruck nach dem Besuch ist zweigeteilt:

Es ist beeindruckend, welche Chancen die Digitalisierung der Produktion bietet und wieviel der dafür notwendigen Komponenten und Bausteine schon verfügbar ist. Zumindest auf Hersteller-Seite scheint die Digitalisierung der Produktionssysteme, die digitalisierte Integration von Lieferketten und die Implementierung von damit möglichen neuen Service-Angeboten schon abgeschlossen zu sein. Aber auch potentielle Anwender von Industrie 4.0 zeigten, wie Industrie 4.0 bei Ihnen in der Produktion aussieht bzw. aussehen könnte. Zum Beispiel zeigte der Maschinenbauer Festo auf seinem Stand ein sehr anschauliches Beispiel für eine „Integrated Factory“ von der 3D Planung über die Werkstück-Maschinensteuerung bis zur Verpackung und Auslieferung. Auch verschiedene Studien belegen das unternehmerische und volkswirtschaftliche Potential, das deutsche Unternehmen von einer Umsetzung der Visionen von Industrie 4.0 erwarten.

Andererseits konnte ich in Gesprächen und Vorträgen auch spüren, dass es gerade im Mittelstand noch Vorbehalte gegen eine zügige Umsetzung dieser Prinzipien gibt. Diese rühren zum einen aus einem Gefühl der dann vermeintlich zunehmenden Komplexität, Scheu vor unbekannten Investitionen und Kosten, aber auch aus Mangel an Kenntnissen und hierfür notwendigen Ressourcen. All dies sind valide Befürchtungen und Punkte. Mit zunehmender Erfahrung aus anderen Industrie 4.0 Projekten werden sich diese Punkte relativieren, Antworten auf die eigenen Fragen finden und Wege für die eigene Umsetzung sichtbar werden. Dabei ist es wichtig, wie in vielen Projekten, das Motto zu beherzigen: Think big, start small. Neben vielen anderen Möglichkeiten hierfür, ist es zum Beispiel möglich, mit einem begrenzten Projekt zur vorausschauenden Wartung für nur eine Maschine / Anlage oder für eine Produktionsstraße zu beginnen. Die Möglichkeiten sind vorhanden, ich bin überzeugt davon, sie werden in Zukunft breit genutzt werden.