Neue Geschäftsmodelle für die Industrie 4.0

Die Digitalisierung durchdringt und vernetzt immer mehr Industriebereiche und Wertschöpfungskette. Die digital vernetzten Objekte umfassen sowohl die Produkte als auch Produktionsanlagen und generieren eine Menge von Daten über ihren Lebenszyklus. Die jederzeit verfügbaren Daten ermöglichen es, Kundenbedürfnisse besser zu erkennen und zu erfüllen. Innovative Geschäftsmodelle können entwickelt werden, die den individuellen Kundennutzen in den Mittelpunkt des Leistungsangebots stellen.

Stufenmodell Service- und Datenbasierter Geschäftsmodelle (SDGM) können für den Kunden viele Vorteile bieten. Die vernetzten Produkte und Services können mit geeigneten Daten- und Erlösmodellen nach der tatsächlichen Nutzungsintensität bezahlt werden. Hohe Anfangsinvestitionen für den Kunden entfallen. Zusatzfunktionalitäten und – dienste können bedarfsgerecht hinzugebucht werden.

Folgende Mehrwerte können für den Kunden erzielt werden über:

  •         Die garantierte Verfügbarkeit der Produkte und Leistungen
  •         Die spezifische Performance (garantierte Stückzahlen, Qualität, Produktvielfalt)
  •         Die Fähigkeit zur Produktion individualisierter Produkte
  •         Plattformen, die Kunden und Anbieter einer bestimmten Branche zusammenbringen

Für die Anbieter bieten sich Potenziale:

  •         durch die Nutzungsdaten die eigenen Produkte kontinuierlich zu verbessern,
  •         die Services besser zu planen,
  •         durch häufigere Interaktion mit dem Kunden Möglichkeiten zur Verbesserung der Kundenbindung,
  •         durch einen gleichmäßigeren Erlösstrom eine geringere Volatilität zu erreichen.

Die neuen SDGM bergen auch Risiken: mit zunehmender Service-Orientierung steigt der Grad der Risiko-Übernahme durch den Anbieter und seine Einbindung in den Wertschöpfungsprozess des Kunden, was insbesondere kleine und mittlere Unterhemen (KMU) überfordern kann.

Quelle: Prof. Dr. Steffen Kinkel, Institut für Lernen und Innovation in Netzwerken, Hochschule Karlsruhe – Technik und Wirtschaft