Grüne Logistik

Stetig ansteigende Energie- und Ressourcenpreise zwingen immer mehr Unternehmen zur Energieeffizienz. Auch die Logistik – ein Wirtschaftszweig mit eigener Innovationsdynamik und Basis für die wirtschaftliche und soziale Entwicklung einer Gesellschaft – hat den  Handlungsbedarf erkannt. Trotz wirtschaftlicher Krisen haben sich Strategien und Verbesserungen für eine ökologische Nachhaltigkeit von speditionellen Dienstleistungen gefestigt. Es spricht vieles dafür, dass „Grüne Logistik“ kein kurzfristiger Hype ist, sondern sich als fester Bestandteil des Handels sämtlicher Glieder einer Supply Chain etabliert. Ökologische Nachhaltigkeit scheint also als Merkmal logistischer Dienstleistungen zu wachsen. Doch was genau versteht man unter „Grüner Logistik“? 

Eine genaue Definition kann wie folgt aussehen:

Grüne Logistik ist die ganzheitliche Umwandlung von logistischen Strategien, Strukturen, Prozessen und Systemen in Unternehmen und Unternehmensnetzwerken zur Schaffung umweltgerechter und ressourceneffizienter Logistikprozesse.

Längst haben die Unternehmen erkannt, dass z.B. die Ermittlung von Treibhausgas-Emissionen, aber auch eine gut geplante Kapazitätsplanung den Energieaufwand der eigenen Prozesskette verdeutlicht, wodurch zusätzliche Einsparmöglichkeiten sichtbar werden. Doch in der Logistik Branche nehmen Amortisationszeiten eine entscheidende Rolle ein. „In der Logistik wird in der Regel so kalkuliert, dass sich Investitionen in effiziente Technik innerhalb von ein, zwei Jahren amortisieren müssen“, erläutert BIBA-Experte Jan Heitkötter. Dies ist aber bei innovativen Energieprojekten nicht immer gegeben.

Auch die Politik hat das Problem erkannt und entsprechende Förderprogramme erlassen. So gab es bis 2013 u.a. von der KfW Zuschüsse bei der Anschaffung emissionsarmer schwerer Nutzfahrzeuge (KfW-Programm 426). Da jedoch der neueste Abgasstandart (Euro VI) seit Januar 2014 ohnehin obligatorisch ist, wurden die entsprechenden Förderprogramme (vorerst) ausgesetzt. Alternativ erhalten jedoch Unternehmen jeder Größe weiterhin Zuschüsse im Rahmen des KfW-Umweltprogramms, wenn sie z.B. mit emissions- und lärmarmen Fahrzeugen ihren Fuhrpark modernisieren. Aber auch mit Biomethan, Erdgas- oder Hybrid betriebene Fahrzeuge und Elektrofahrzeuge werden bezuschusst.

Ungeachtet von Förderprogrammen ist beste Einsparung LKWs und Züge die nicht fahren. Um hierfür für eine Optimierung zu erzielen, reichen oftmals herkömmliche Kapazitätsplanungs- und Simulationstools nicht aus. Abhilfe können neuste Methoden der Predictive Analytics bieten. So hat z.B. IS Predict für BASF die Kapazitätsplanung von Waggontransporten mittels ihrer selbstlernenden Predictive Analytics Methoden optimiert und Einsparpotenziale von 10-15% identifiziert.