Stress and the City

Machen uns Städte krank? Depressionen, Angstzustände und Shizophrenie – der soziale Stress in Städten ist nicht zu unterschätzen und lässt diese psychischen Krankheiten mehr den je entstehen.

Natürlich hängt die die Stressempfindlichkeit nicht nur davon ab, wo wir wohnen, sondern auch von unseren Genen und Persönlichkeit.

Dennoch - neuste wissenschaftliche  Studien liefern klare Befunde: Stadtmenschen reagieren viel empflicher auf Stress als Menschen die auf dem Land leben. Dazu kommt: Wer als Kind in der Stadt aufgewachsen ist, hat ein erhöhtes Risiko im Erwachsenenalter an Shizophrenie zu erkranken. Doch warum ist das so? 

Laute Autos, stinkende Abgase, höhere Kriminalität, Trubbel den ganzen Tag und keine grünen Rückzieh- /Erholungsorte. Die ersten Faktoren liegen auf der Hand. Doch so einfach ist das nicht. Erkenntnisse aus der Stressforschung zeigen, das belastender Stress meist eine soziale Komponente hat. So wird der Lärm eines Nachbarn als viel störender und stressiger empfunden, wenn wir ihn nicht persönlich kennen. Auf dem Land wäre das höchstwahrscheinlich anders. Auch der Lärm eines aufheulendes Motorrad treibt unseren Adrenalinspiegel in die Höhe weil wir ihn als Verletzung unserer Territoriumsgrenze empfinden. Aber auch die Angst vor dem sozialen Ausstieg oder Abstieg sowie die Isolation – zu vereinsamen unter vielen „glücklichen“ Menschen und Pärchen stärken den sozialen Stress. Sind wir ehrlich: Jeder kennt die ländlichen Stammtische, an denen sich unsere Opas jeden Sonntag getroffen haben. Es wird gegessen und getrunken und über aktuelle Orts Geschehnisse gequatscht, da jeder sowieso jeden kennt. Und wenn es einem mal schlecht geht, kann man sich getrost auf die Unterstützung der Anderen verlassen. All das sind Komponenten die in der Stadt deutlich schwieriger zu realisieren sind. Man wohnt anonym „Tür an Tür“ und hört – wenn überhaupt – seinen Nachbar fluchen wenn die Lieblings-Fußballmannschaft ein Tor kassiert hat oder der alltägliche Ehe-Streit Überhand nimmt. Doch was kann man gegen die städtische Isloation tun? Ein Allheilmittel gibt es nicht. Der erste wichtige Schritt ist, eine Stadt muss Menschen jeden Alters zum Rausgehen einladen. Es muss Spielplätze geben, schön grüne Parks oder Plätze und nette Bars. Der zweite wichtige Schritt wäre dann, die typisch deutschen Gewohnheiten (bedrückt und griesgrämig) abzulegen und die südländische Offen- und Kontaktfreudigkeit zu übernehmen. Dann steht dem städtischen Glück nichts mehr im Wege – man muss es nur wollen.