Programmieren in Schulen?

In manchen Ländern ist es schon Pflichtfach: Programmieren in der Grundschule. Ist das nicht auch sinnvoll für Deutschland? Nein! ertönt es aus dem Munde vor allem von Lehrern und Kultusministerinnen und - minister. Die Schule sei dazu da, Grundwissen zu lehren, Allgemeinbildung, Werte und allgemeine Kompetenzen zu vermitteln. Keine Partikularinteressen zu vertreten, seien sie wirtschaftlicher oder technischer Natur. Und im Übrigen könne man nichts wegfallen lassen, zusätzliche Fächer wären also eine zusätzliche Belastung für die Schülerinnen und Schüler (und Lehrer). Aber muss das sein?

In unser tägliches Leben treten immer mehr technische und Software-getriebene Elemente, in unsere Arbeitswelt, in unsere private Umgebung. Diese sind jedem bewusst und gerade Kinder und Jugendliche greifen diese gierig auf und nutzen sie wie selbstverständlich. Diese Technik-Affinität in jungen Jahren, die sich leider allzu oft in Technik-Skepsis in älteren Jahren verkehrt, sollte man nutzen und die jungen Menschen, Jungen und Mädchen, spielerisch und analytisch an die Technik heranführen. Programmieren ist hierfür ein geeignetes Mittel. Dabei ist Programmieren nicht nur das „Ewig-vor-dem PC sitzen“ wie es Vorurteile titulieren mögen. Programmieren bedeutet auch, sich in ein Problem, einen Sachverhalt reinzudenken, ihn zu analysieren, ihn zu verstehen, um dann analytisch und schöpferisch eine Software-Lösung hierfür zu finden. Dies sind allgemeine Kompetenzen, die für den Wirtschaftsstandort Deutschland unerlässlich sind. Ein Wirtschaftstandort, dessen Wirtschaft immer mehr von Daten und Software als von Mechanik bestimmt werden wird, benötigt diese Kompetenzen. Schulen sind dafür da, unsere Kinder auf die Zukunft vorzubereiten. Software-Kenntnisse durch ein Pflichtfach Programmieren gehören definitiv dazu.