Für KI fehlen der Kunst noch die Worte

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„Künstler nehmen sich des Themas Künstlicher Intelligenz verstärkt an und es ist spannend zu beobachten, wie vielfältig die entstehenden Werke sind“, sagt Dominika Szope, Leiterin der Abteilung Kommunikation und Marketing am ZKM in Karlsruhe.

Aktuell läuft im Zentrum für Kunst und Medien, ZKM, in Karlsruhe die Ausstellung „Open Codes“. Eines der dort präsentierten Werke stammt von Matthieu Cherubini. Der Künstler greift die Frage auf, ob und wie Algorithmen der Künstlichen Intelligenz ethische Aspekte einbeziehen können und sollen.

Cherubini hat drei unterschiedliche Algorithmen für das autonome Fahren entwickelt, die in Gefahrenzonen unterschiedlich entscheiden- je nachdem welche Präferenz dem Algorithmus diktiert wurde. Der humanistische Algorithmus versucht, den Schaden für alle beteiligten möglichst gering zu halten. Er nimmt dabei in Kauf, dass möglicherweise Fahrradfahrer, Fußgänger, der eigene Fahrer gleichermaßen Schäden erleiden. Der profitorientierte Algorithmus orientiert sich an den finanziellen Motiven, wie z. B. Sachschäden gering zu halten. Der Betrachter kann diese Szenarien durchspielen. Das führt zu grundsätzlichen Ethikfragen: Sind diese Algorithmen ethisch vertretbar? Wer entscheidet darüber, welcher Algorithmus im Fahrzeug genutzt wird? Wäre es zulässig, beim Fahrzeugkauf einen bestimmten Algorithmus als Ausstattungsoption zu wählen?

„Cherubinis Arbeit ist ein gutes Beispiel, wie sich Künstler derzeit dem Thema KI nähern. Im Vordergrund stehen die potenziellen gesellschaftlichen Auswirkungen der künstlichen Intelligenz. Diese Vorgehensweise der Kunst liegt nahe – hinterfragt und reflektiert sie doch seit jeher Tun und nimmt mitunter die Rolle eines Kollektivs ein“, erklärt Dominika Szope vom ZKM.

Weitere Informationen zur Ausstellung Open Codes am ZKM erhalten Sie unter: www.zkm.de